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ETN Zwischenbilanz 4. Quartal 2018 / Abschlussbericht
FÖRDERVEREIN ARYCAN Gran Canaria e.V.
Im letzten Quartal 2018 wurden unglaubliche 478 Tiere kastriert. Wenn man überlegt, wieviel Elend allein damit verhindert werden konnte und kann… unglaublich! Aber diese Zahl ist nicht die Einzige, die uns staunen lässt… Im Oktober 2013 war der ETN zum ersten Mal mit seinem Tierärzte-Team vor Ort. Während einer zweiwöchigen Aktion konnten dort 527 kastriert werden. Auch ein riesiger Erfolg…
Nicht nur, was das Elend der Tiere angeht, das so vermieden werden konnte, sondern auch der „Stein“, mit dem so vieles in Rollen gebracht wurde! Die Aktion hat viele Helfer auf den Plan gerufen und erstmals auch in der Bevölkerung auf das Elend der Tiere aufmerksam gemacht. Auch wenn es nur eine kurze Zeit war, war diese Aktion für die Teilnehmer und speziell für Andrea sehr motivierend. Im Folgejahr wurden aus zwei Wochen drei Wochen – und Syra, die im Vorjahr von den ETN-Tierärzten schon viel gelernt hatte, war hochmotiviert und einsatzbereit. So konnten in diesen drei Wochen schon 1169 Tiere kastriert werden. Ein toller Erfolg… aber „einmal im Jahr ein paar Wochen“ reichte Andrea nicht – und beim ETN rannte sie damit gottseidank offene Türen ein. Auch dort wurde bereits länger überlegt, ob es nicht nachhaltigere Lösungen gäbe… bei einem Gespräch im Sommer 2015 wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht… Und seit Oktober 2015 kastriert jetzt ein ETN-Arycan-Team laufend Katzen aus den registrierten Kolonien und die Tiere, die in der Auffangstation abgegeben werden (und die sonst unkastriert vermittelt würden und was dann vielleicht bei mindestens jedem dritten oder vierten Hund passiert, möchten wir uns nicht vorstellen). Bis Ende 2018 konnten so auf Gran Canaria mit Hilfe des ETN, der Helfer vor Ort und auch unseren Spendern, die uns immer wieder bei der Beschaffung von Material und Medikamenten unterstützen, über 6.500 Tiere kastriert werden. Ist das nicht großartig? Anfangs haben wir noch über jede Kolonie, die kastriert wurde, berichtet… mittlerweile würde das den Rahmen sprengen. Aber in den täglichen News auf unserer Homepage gibt es immer wieder Fotos und Berichte… Beispielhaft hier einige Fotos von verschiedenen Kolonien:
In Santa Brigida gab es auch wieder eine massive Kastrationsaktion am Wochenende, bei der allein 50 Tiere kastriert wurden.
Aber es wurde nicht nur kastriert! Jede Menge Arbeit wurde auch in die Aufklärungsarbeit investiert. I n verschiedenen Gemeinden wurden Vorträge gehalten, mit verschiedenen Behörden gab es Besprechungen. Natürlich braucht alles seine Zeit, aber es ist wirklich schon erstaunlich, wieviel sich in Sachen Tierschutz in den letzten fünf Jahren getan hat. 2013 war so eine Kastrationsaktion noch etwas Seltenes, das mit viel Skepsis betrachtet wurde. Im Folgejahr wurde schon wohlwollender in der lokalen Presse berichtet – und nun gibt es sogar Symposien, in den über Tierschutz diskutiert wird und Gesetzesänderung bezüglich der Verschärfung der Strafen bei Tierquälerei sind auf dem Weg. Es gibt Infostände und sogar Messen, die sich um die Haltung von Tieren und deren Bedürfnisse drehen. Ein riesiger Meilenstein bei dieser Entwicklung ist sicher die Gründung von Fauda. Einer Föderation, in der sich viele Tierschutzorganisationen zusammengeschlossen haben, um gemeinsam mehr erreichen zu können. Dadurch kann natürlich bei Behörden mehr Druck gemacht werden und auch die Presse ist viel aufmerksamer als wenn ein einzelner kleiner Verein etwas will.
Auch dass die Inseln untereinander anfangen zusammenzuarbeiten ist ein großer Fortschritt. Nicht nur, dass die Tierschützer auch zu Veranstaltungen auf den anderen Inseln eingeladen werden. Andrea konnte im Auftrag des ETN auch schon auf Teneriffa einiges erreichen. Auch wenn dort noch viel Arbeit vor ihr liegt, weil die Behörden und speziell die Tierärztekammer dort schlechte Erfahrungen mit massiven Kastrationsaktionen gemacht haben, so dass solche Aktionen wie in Santa Brigida dort nicht durchführbar sind. Aber es gibt immer wieder andere Möglichkeiten, wie man den Tieren helfen kann – man muss nur am Ball und manchmal auch flexibel und kompromissbereit sein.
Natürlich ist es noch ein weiter Weg, der vor den Tierschützern auf den Kanaren liegt. Aber die Erfolge der vergangenen fünf Jahre lassen hoffen, dass wir in weiteren fünf Jahren vielleicht über weitere große Fortschritte berichten können. Und wer Veränderungen möchte, muss hart dafür arbeiten! Denn „auf Veränderungen zu warten ohne selbst etwas zu tun, ist wie am Bahnhof auf ein Schiff zu warten“… ;o) Andrea wird mit Unterstützung des ETN sicher nicht aufgeben und weiter für die Tiere kämpfen! Und auch unserer Hilfe – soweit es uns möglich ist – kann sie sich sicher sein… An dieser Stelle noch einmal ein riesiges Dankeschön an den ETN für die großartige Unterstützung in den vergangenen Jahren ohne die diese Entwicklung nicht möglich gewesen wäre! Auch wenn wir immer noch nicht alle Tiere retten können, so werden es doch immer mehr – und für jedes einzelne von ihnen verbessern wir mit unserer Arbeit die Welt doch ungemein! Über alle Projekte und Aktionen versuchen wir immer zeitnah in unseren News zu berichten. Auch auf der Homepage des ETN und in der Vereinszeitschrift wird immer mal wieder über das Kastrationsprojekt berichtet. Das hier ist nur eine kleine Zusammenfassung – mehr Informationen (z.B. über die „Ausflüge“ und die Zusammenarbeit mit den anderen Inseln oder verschiedene Projekte) gibt´s hier überall auf der Internet-Seite noch zu entdecken – und wir stehen auch gerne für Fragen und Anregungen bereit. Zum Schluss dazu noch ein paar Fotos – von einer armen Mali-Hündin mit einem verkrüppelten Vorderbein, die bei der ETN-Aktion 2013 als Notfall auch kurz behandelt wurde… und die danach nach Deutschland reisen durfte und jetzt ihr Leben auf drei Beinen schon seit fünf Jahren voll und ganz geniesst :o)
Natürlich gibt es auch dieses Quartal – wie alle Quartale zuvor – auch Fotos (fast) aller Patienten (manchmal versagt die Kamera oder es wird auch mal schlicht und einfach im Stress vergessen ein Foto zu machen – aber die Helfer vor Ort bemühen sich wirklich, uns immer ein wenig an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen! Auch dafür ganz lieben Dank!)